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Kleidung

Mit dem Sprichwort "Kleider machen Leute" betitelte einst der Schriftsteller Gottfried Keller seine Novelle vom armen Schneidergesellen, der während der Wanderschaft aufgrund seiner guten Kleidung unverhofft für einen Grafen gehalten worden ist und daraufhin einige Turbulenzen und Überraschungen erlebte.

Nach wie vor und heute mehr denn je, ist unsere Kleidung Ausdruck der Persönlichkeit, der Individualität und des sozialen Status. Doch war es ein langer Weg vom archaischen Mammutfell, über das Erlernen der Tuchherstellung, bis zur ausgetüftelten, perfektionierten Kleidung des 21. Jahrhunderts, die längst nicht mehr nur an Zweckmäßigkeit und die Verfügbarkeit der Werkstoffe gebunden ist.

War in der Antike und in den darauffolgenden Epochen der Ausdruck von Rang und Wohlstand durch eindrucksvolle Kleidung noch ausschließlich privilegierten Personen des Adels und der hohen Stände vorbehalten, kann man heute, nicht ganz ohne Stolz auf den erreichten hohen Lebensstandard, von einer Chance für jeden Einzelnen sprechen, sich seinen Wünschen und Vorstellungen entsprechend zu kleiden und das darzustellen, was ganz persönlich im Vordergrund stehen soll.

Sich individuell zu kleiden ist Teil unserer Kultur geworden und Kleidung kann deshalb durchaus als Kulturgut bezeichnet werden. Ein Spiel der Farben und Formen, der Materialien und der Gestaltung hat sich entwickelt, das, Frauen wie Männer gleichermaßen, alljährlich mit neuen Trends und kreativen Entwürfen überrascht.

Im Laufe der Zeit haben sich verschiedenste Epochen der Mode gebildet, die nicht selten in leicht veränderter Form wiederkehren oder zumindest in Nuancen Einfluss auf die neuesten Kreationen der Modeschöpfer und somit auf unsere Kleidung ausüben. Faszinierte in den 1930er Jahren noch der Charlestonstyle die Menschen, übernahm dies in den Fünfzigern die Ära des Swing und später der legendäre Rock n' Roll. Flippig, phantasievoll und kunterbunt folgten die wilden 70er der Hippies und der Rock Musik, die einmal mehr die Modewelt revolutionierten. Die Schlagwörter in der Modeszene wechseln mehrmals innerhalb eines Jahrzehntes, je nach Zeitgeist und der Kreativität ihrer Macher.

Als zeitlos lässt sich wiederum Kleidung bezeichnen, die aufgrund ihrer Funktionalität und Vielseitigkeit dauerhaft beliebt ist, wie die Jeansmode oder große Bereiche der Herrenmode. Das Einzige, was in der Mode nicht einem ständigen Wechsel unterzogen ist, ist der Bedarf an angenehmer, ansprechender Kleidung.