Mantel
Der Mantel ist ein als oberstes Kleidungsstück getragenes Kleidungselement, das mindestens knielang, manchmal sogar bodenlang ist. Aus dem lat. mantulum, das Decke oder Hülle bedeutet, gelangte die modische Kleidungshülle in die europäische Haut -Couture und erfüllt dort ganz unterschiedliche Funktionen, bringt sehr unterschiedliche Stile zum Ausdruck und wird von modebewussten Männern gleichermaßen getragen wie von modeorientierten Frauen.
Spätestens seit dem Fund der Gletscherleiche "Ötzi" weiß man, dass selbst unsere Vorfahren vor 5000 Jahren Mäntel trugen. Waren sie damals auch aus Gras, in anderen Regionen dann aus Fellen gejagter Tiere. Die Griechen trugen Chlamys (ein kurzer Reise- und Reitmantel) und Hymation (Manteltuch mit oder ohne dünnem Untergewand). Die Römer nannten ihre Mäntel Sagum (aus einem rechteckigen Stück Wollstoff hergestellt) oder Trabea (ein breites mit Purpurstreifen verbrämtes Staatsgewand der vornehmen Männer, Ritter und Könige). Das obere Drittel des Sagums wurde umgeschlagen (eine Art Kapuze) und diente als Feuchtigkeitsschutz über den Schultern). Gehalten wurde das Sagum mit einer Fibel auf der rechten Schulter. Abgenommen diente er auch als Decke.
Der modebewusste Mann könnte z.B. einen Caban tragen, der für die bretonischen Fischer entworfen wurde. Es ist ein zweireihig geknöpfter Kurzmantel aus sehr dichtem Wollgewebe, das dem Wind und Regen trotzen kann. Ein Cape trägt der modebewusste Mann nur zum Smoking. Ansonsten hat sich dies Kleidungsstück eher in bestimmten Kreisen Loden tragender Frauen vor allem in Bayern behauptet. Als Regencape allerdings wird es aus Kunststoff von allen Menschen getragen.
Den Capuchon kennt man fast nur aus den Filmen der 50er und 60er Jahre. Dort trug die modische Frau diesen Kapuzenkurzmantel. Aus England stammt der Dufflecoat, dessen Markenzeichen warmer Wollstoff, Kapuze, aufgesetzte Taschen und Knebelverschlüsse sind. Weniger aus funktionalen denn aus modischen Gründen entstanden die Lackmäntel, die die Regenpellerinen ersetzten. Zuerst nur für Frauen als modisches Accessoire, gelangte dieser Mantel als Südwester mit passendem Hut auch in die klassische Männergarderobe. Eine ganz besondere, aber auch sehr unterschiedliche Rolle spielt der Ledermantel. Zunächst war es ein reiner Militärmantel. Dieses Image verliert sich durch moderne Trends in der Metal Szene, Gothik oder SM.
